Tiergeschichten

Wenn Feen zaubern...

 

Oder: der Beweis, dass nach Regen doch immer wieder Sonnenschein folgt!

Die meisten von uns kennen es, einen geliebten Gefährten zu verlieren. Sei es Mensch oder Tier – das Leben ist grau in grau und man kann sich kaum vorstellen, dass es wieder Farbe bekommen könnte. Wie schön ist es dann, wenn es nicht nur blassrosa, sondern sogar leuchtend pink erstrahlt, sobald die Tränen getrocknet sind. Doch lassen Sie mich von vorne anfangen. Ich hatte einen vierbeinigen Herzensgefährten verloren, ein wirklich ganz besonderes Pferd.

In dieser Situation telefonierte ich mit einem langjährigen Kunden, der über die Jahre eher zu einem Freund geworden war. Auch er hatte kurz zuvor ein Pferd verloren und so philosophierten wir über das Abschiednehmen, über den besonderen Platz in unseren Herzen, der nun leer und verlassen war. Wir beide mittlerweile ergrauten alten Pferdeleute weinten gemeinsam und schämten uns dessen nicht. Nur wer tiefe Trauer erleben kann, der kann auch tiefe Freude empfinden. Dieser Freund nun vertraute mir spontan eines seiner Pferde an, das in sich das Blut meines verlorenen Gefährten trug. Und da war es nun wieder: dieses kekke, dem Menschen voller Neugierdezugewandte Gesicht, diese besondere Art sich zu bewegen, das innerlich feine und zugleich so fröhliche Wesen, die stete Leistungsbereitschaft und der Hang zum Lustigsein. Ein Schatz am Ende des Regenbogens. Die Welt war nicht mehr grau, die Welt strahlte mit diesem Pferdegesicht um die Wette. Doch kaum aus dem Loch des Kummers geborgen stellte sich mir nun die Frage, wie „bespaßt“ man ein hochveranlagtes Dressurpferd – einen Jungspunt im besten Mannesalter, alters-gemäß dressurmäßig weit genug ausgebildet. Nun, dieses Pferd hatte Fun, wenn es einfach mal zugaloppieren durfte, also warum ihn nicht mal ins Gelände schicken, bergauf, bergab, mal ein kleiner Hüpfer, eine längere Galoppstrecke – das alles fördert die Balance und Ausgeglichenheit – und macht nicht zuletzt Mensch und Tier eine Menge Spaß. So schickten wir das Dressurpferd in eine Art Aktivurlaub in den Vielseitigkeitsstall. Feenzauber iWEST ® Trakehner, 5-jährig, Hengst Ergebnisliste So mancher hat im Urlaub schon seine wahre Berufung gefunden – so auch unser Kleiner. Er genoss es von Herzen volle Lotte zu galoppieren, ins Wasser zu hüpfen oder mit den bunten Stangen zu spielen. Nun ja, springen konnte man das nicht nennen, er wirkte in seinem „Getue“ mit den bunten Stangen zunächst talentfrei, aber er fand sie absolut unterhaltsam. Als er nach drei Monaten verreisen durfte, um sich mal einen Indoor-Geländeparcour anzuschauen, können Sie sich meine Überraschung vorstellen, als dieser kleine Schelm uns zeigte, was in ihm steckt: nicht nur Talent, sondern auch eine ganz gewaltige Einstellung zu seiner Urlaubsbeschäftigung, die ja eigentlich nur als Abwechslung vom Dressuralltag für ihn gedacht war. Nun gut, wenn er das doch alles so lustig und unterhaltsam fand, dann durfte er halt demnächst mal mit: auf eine Geländepferdeprüfung. Drei vierbeinige Geländespezialisten waren schon im Lkw verstaut, das Dressurpferd wurde dazu gepackt. Und was machte der Kleine? Gewann die Prüfung mit 8,8.
Für uns alle mehr als überraschend, zumal er sich beim Anschauen der Geländestrecke kein einziges Hindernis wirklich anschauen wollte, sondern lieber -am durchhängenden Zügel wohlgemerkt über die Hindernisse geflissentlich hinwegsehend in Piaffe- und Passagetritten fröhlich durch´s Gelände schwebte und lauthals trompetete... ja, er macht gerne was aus sich und möchte nur sehr ungern übersehen werden. Nun, eine Schwalbe macht bekanntlich noch keinen Sommer und eine feuchte Hand findet bekanntlich auch mal ein Knie, jedenfalls war ihm die Reiter Dressur Springen Gelände Gesamt Placierung

Überraschung gelungen, aber so wirklich überzeugt von seiner Vielseitigkeit waren wir immer noch nicht. Doch wenn´s ihm solchen Spaß macht, warum nicht das bayerische Trakehnerchampionat bereichern? Etwas erstaunt waren wir ja schon, als er nicht nur für das Geländepferdechampionat, sondern auch für das Springpferdechampionat genannt wurde. Wir hatten wohl noch zu gut seine ersten Sprünge unterm Reiter wenige Monate zuvor vor unserem inneren Auge. Aber: der Fachmann, sprich sein Ausbilder muss es ja wissen und: der Kleine gewann tatsächlich beide Championate. Wir wollen Sie nicht langweilen, er gewann noch weitere Geländepferdeprüfungenund dann kam die Stunde der Wahrheit: die erste waschechte Vielseitigkeitsprüfung. Vorbei der Bonus für die schöne Galoppade, vorbei die einladenden Sprünge, jetzt zählte nur noch die Leistung im Gelände, jetzt wurde es schwerer und jetzt war eine Dressuraufgabe zu gehen und ein Parcour mit vielen bunten Stangen zu springen. Nun, er gewann auch seine erste Vielseitigkeitsprüfung und er gewann auch die nächsten Prüfungen. Nun, wir geben es zu, es gab viele Leute, die uns fragten, warum wir denn ein Pferd mit solch außergewöhnlichen Bewegungen in den Busch schicken würden, ob wir denn keine Angst hätten um dieses hochveranlagte Dressurpferd. Wer das fragte, hatte gewiss nur seine außergewöhnliche Art sich zu bewegen gesehen, aber ihm nicht in‘s Gesicht geschaut: wer um alles in der Welt könnte es fertig bringen, einem Pferd diesen Spaß an seinem Sport wegzunehmen? Nicht jetzt zumindest. Mit seiner Gewinnerei hatte er es nun geschafft und sich die Fahrkarte zum Bundeschampionat gelöst und jetzt ging uns aber wirklich der Puls. Dorthin? Der Kleine, der erst wenige Monate in dem Sport ist, der soll auf‘s Bundeschampionat? Jeder weiß, dass es dort richtig schwer ist. Der Puls kam dann noch auf schwindelnde Werte, als wir sahen, wer da alles am Start war. Was hatten wir eigentlich erwartet? Ist doch eigentlich klar, dass da die Besten der Besten eines Jahrgangs aus der ganzen Republik zusammenkommen. Die Stunde der Wahrheit kam und unser Dressurpferd wurde in der ersten Runde auch prompt als solches erkannt und gefiel: erst mal gar nicht! Nun, das wollte er aber nicht so wirklich auf sich sitzen lassen und überzeugte die Richter im kleinen Finale doch insoweit von sich, als sie ihn dort auf den dritten Platz setzten. Damit war er im großen Finale und erkämpfte sich dabei den sechsten Platz. Aber wissen Sie, was das Schönste daran war? Er fuhr genauso fröhlich wieder nach Hause, wie er hinfuhr und am nächsten Tag buckelte und karriolte er auf der Weide herum, dass sein Ausbilder meinte, ich hätte das nicht sehen dürfen (er weiß um meine Gefühle bei bestimmten artistischen Sondereinlagen). Nun hat er Pause, aber wie wir ihn kennen, macht er daraus eine Aktivpause... er will Spaß! Spaß, Spaß! Und Sattel und Zaumzeug sind ja schlussendlich nur zu seinem persönlichen Vergnügen erfunden worden, oder sehen Sie das etwa anders? Hier ein Bericht aus einem Internetforum, den uns eine Kundin schickte:

Zitiert aus trakehnerfreun.de [..
Feenzauber - was ein Pferd! das möchte ich euch nicht vorenthalten: nachdem ich mir gestern tatsächlich mal in ruhe die 5jrg im busch angesehen habe und schon ganz begeistert war, insbes. von beekes beeindruckendem fuchs kristeban (herrlich, der frass die sprünge förmlich und entspricht so in allem dem was man sich unter einem sportlichen VSler vorstellt, bei grossem rahmen dennoch trocken textiert, übersicht, galoppade - ein genuss!) war es dann heute eigentlich mighty magic um dessen willen ich mir erstmals in meiner ganz persönlichen buchageschichte das komplette drs/sprprogramm der buschis vorgenommen hatte. und es hat sich wahrlich gelohnt!
MM gleich erster starter und herrlich propper gelassen in schönster manier durch die dressur, ein pferd das man sich zunächst gar nicht so als buschler vorstellt weil man ihm in seiner geschmeidigen rundpropperen art den 3/4blüter gar nicht ansieht, der könnte auch ein dressurpferde“pferd“ sein oder -wenn man ihn vorher im busch gesehen hat - aufgrund seines habitus‘ ein reines springpferdeprfgspferd... ich war begeistert und das ganze machte appetit auf mehr...
und dann kam feenzauber -herrschaftszeiten... diese proportionen waren mir im gelände gar nicht so bewusst geworden -eine kruppe, da denkt man spontan an ein quarterhorse - selten sowas bemuskelt markant kraftstrotzendes gesehn - das ganze eher mal ein kompaktes pferd mit substanz auch im bein, der halbe blüter nicht auf den ersten blick ersichtlich statt dessen ein imposantes kraftpaket im quarterformat -und dann trabt der los -ich stand mit freunden am rand und wir haben uns nur verblüfft die augen gerieben, so eine dynamik im abfussen und natürlich kadenziert (kraftstrotzend kadenziert - hab ich in der verbindung noch nie benutzt den ausdruck...) ist wohl ziemlich einmalig - damit hätte der auch gut nach nebenan zu den 5jrg dressurpferden laufen können u. hätte dort sicher manch einen vom 4eck gepustet- ich war echt begeistert! das ganze in feiner anlehnung und noch n tacken mehr gesunde grundspannung als MM (könnte man auch sagen der reiter hat vielleicht mehr riskiert?) - sauber getragene verstärkung, schritt gut, galoppade sowieso - mein ganz persönlicher sieger!
war ich na klar richtig heiss aufs springen und ich würde sagen beide hielten den Erwartungen voll stand: MM der reine spirngpferdprüfungstyp sauber basculierend rund und eine freude anzusehen, feenzauber mit der selben dynamik wie zuvor, ebenso basculierend, im rücken vielleicht nicht ganz so durch überm sprung wie MM (hab die noten nicht verfolgt, hatten glaube ich beide abzüge aber grundnoten gingen voll in ordnung) beide eine feine technik drunter und beide einfach echte hingucker und eine werbung für den sport!klar dass ich jetzt völlig heiss auf morgen bin und mir den feenzauber mit ganz anderen augen ansehen werde... so, das musste mal raus, hoffe ich bin nicht zu sehr „offtopic“ abgewichen in meiner seeligen euphorie :-)